Der VAG-Blog aus Nürnberg

Ein Jahr im Ruhestand: Was machen unsere Museumszüge?

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Geschätzte Lesezeit ca. 3 Minuten

Inhalt dieses Artikels

U-Bahnen im Ruhestand. Ein seltener Zufall führte dieser Tage unsere beiden letzten U-Bahn-Züge der Baureihe DT1 zusammen. Die beiden Doppeltriebwagen standen nebeneinander in der U-Bahn-Werkstatt.

Museumszüge – bitte lächeln

Mitarbeiter Rainer Lang konnte nicht anders: Er, ein ausgewiesener Fan der ersten Baureihe, hielt den Moment fest und hat uns das Foto der zwei Museumszüge freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Züge sind längst Kult

Am 14. Januar 2023 waren die beiden U-Bahn-Züge zu ihrer letzten offiziellen Fahrt auf der U-Bahn-Linie U1 aufgebrochen. Und weil beide Fahrzeuge für viele ÖPNV-Fans Kult sind, haben wir, die VAG, unsere Fans damals zur Abschiedstour eingeladen. Diese ließen sich nicht lange bitten und kamen zahlreich.

Wirklich im Ruhestand?

Und dann? Ruhestand! Aber was machen U-Bahn-Züge im Ruhestand? Kommen sie aufs Abstellgleis? „Meist schon“, so Rainer Lang, der als Techniker in der U-Bahn-Wagenwerkstatt für die Automatikzüge zuständig ist, etwas wehmütig. Aber wie viele andere auch, ist er froh, dass die beiden Züge – ein Zug von 1975 mit Gleichstromantrieb und ein zweiter von 1984 mit Drehstromantrieb – als Vertreter der ersten Fahrzeuggeneration erhalten werden können. In jedem Fall müssen die Züge regelmäßig bewegt werden und ab und an ist auch ein Aufenthalt in der U-Bahn-Wagenwerkstatt notwendig, wie er berichtet.

Museumszüge top in Form

Tobias Schneider, Leiter Service U-Bahn und Tram, erläutert zum Zwischenstopp in der Werkstatt: „Wir haben den DT1 von 1975 bereits zum 50. Jubiläum unserer U-Bahn im Jahr 2022 optisch hergerichtet. In den vergangenen Wochen haben wir die Gelegenheit genutzt, die noch vorhandenen Ersatzteile aus dem Lager in diesem DT1 zu verbauen. Das macht Sinn, weil wir sie in unseren Museumszügen noch gut verwenden können. Im Zuge der Umstellung unserer Lagerhaltung auf den G1 wären sie immer im Weg gewesen.“

Zahnbürste für den besonderen Schliff

In zahlreichen Arbeitsstunden hat das Team Lücken genutzt und insbesondere den Doppeltriebwagen von 1975 technisch gewartet und instandgesetzt. So wurde die Elektrik des Museumszuges überholt, die Luftanlage erneuert, Leitungen, Ventile, Stecker und Stoßdämpfer getauscht und vieles mehr. Für den besonderen Schliff kam sogar eine Zahnbürste zum Einsatz.

Ein Stück Kulturgut erhalten

„Wir haben viel Energie und Liebe reingesteckt“, erklärt Rainer Lang. „Bei den meisten, die den DT1 gefahren bzw. hier in der Werkstatt gehegt und gepflegt haben, kommen schöne Erinnerungen hoch. Für die Stadt Nürnberg und den ÖPNV erhalten wir ein Stück Kulturgut, wie ja auch alte Straßenbahnen ein Kulturgut sind. Mit der Restaurierung der Museumszüge zeigen wir unser Engagement auch außerhalb der Jubiläumsfeiern.“

Im Ruhestand keineswegs auf dem Abstellgleis

Übrigens: Die Doppeltriebwagen mit den Nummern 587/588 und 575/576 sind im Betriebshof Kafkastraße regelmäßig unterwegs, um die Gleise zu schmieren. Das Schmieren ist wichtig, weil ohne Schmierfilm die Reibung zwischen den Rädern und der Schiene zu viel Lärm erzeugen würde und auch der Verschleiß von Rädern und Schienen größer wäre. Ein sinnvolles Bewegungsprogramm für die beiden Museumszüge.

Museumszüge schmieren auch Gleise

Über die Gleise, die jetzt die alten DT1 schmieren, kommen die U-Bahnen von der Strecke in die Werkstatt. Hier können sie geparkt werden oder stehen der Ausbildungsabteilung für die Vermittlung von besonderen Fahrzeugkenntnissen zur Verfügung. Auch ein Probegleis gibt es. Hier werden die Fahrzeuge von den Wagenabnehmern getestet, bevor sie wieder in den Fahrgastbetrieb kommen.

Besondere Einsätze

Wir planen übrigens, die Museumszüge der ersten Baureihe DT1 auch wieder für Sonderveranstaltungen einzusetzen oder an ganz große Fans für Sonderfahrten auf der U1 zu vermieten. Denn eines ist klar: Die Fans der Museumszüge werden auch künftig leuchtende Augen bekommen, wenn sie die Züge sehen.

Autorinnen: Doris Walter / Elisabeth Seitzinger
Foto: VAG 

 

Elisabeth Seitzinger

Elisabeth Seitzinger, Jahrgang 1963, ist Diplom-Journalistin. Sie studierte an der Katholischen Universität Eichstätt und der Universität Salzburg. Stationen während des Studiums und danach bei der Diakonie Neuendettelsau, der AFAG Messen und Ausstellungen GmbH und dem Kreisverband Nürnberg des Bayerischen Roten Kreuzes. Aus den ursprünglich geplanten fünf Jahren bei den Städtischen Werken Nürnberg sind deutlich mehr geworden. Es geht inzwischen auf 40 Dienstjahre zu. Seit 2007 Pressesprecherin der VAG, zuvor stellvertretende Pressesprecherin für die EWAG und die VAG.

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