VAG-Mitarbeiter*innen unterstützen die Wiener Linien

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Unsere VAG-Mitarbeiter*innen unterstützen die Wiener Linien beim Donauinselfest. Großveranstaltungen ohne einen gut funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr gibt es nicht. Weder in Nürnberg, noch in Wien, noch anderswo. Und manchmal ist Unterstützung sehr willkommen. 

Gegenseitige Unterstützung

Im Sommer dieses Jahres, nämlich Ende Juni, waren Gisela Chrupala und Mario Söllner, beide in unserer Zentralen Serviceleitstelle beschäftigt, in Wien. Unsere Kollegin und unser Kollege durften dort miterleben, wie die Wiener Linien die größte Freiluftveranstaltung Europas im wahrsten Sinne des Wortes rocken. Und sie unterstützten die Wiener Kolleg*innen vor Ort im Service an den Bahnsteigen der U-Bahn.

Wiener Donauinselfest – eine Mega-Freiluftveranstaltung

In diesem Jahr hat das Wiener Donausinselfest zum 40. Mal stattgefunden. 1983 ging es unter dem Namen „Kulturelles Frühlingsfest“ an den Start, bereits 1984 war der endgültige Name gefunden: Donauinselfest.

Das Donauinselfest zieht jährlich die Massen an. Nicht nur, weil es keinen Eintritt kostet. Es ist ein hochkarätiges Musikfestival, aber auch Newcomer treten auf. Das Fest bietet ein vielfältiges Freizeit- und Infoangebot, von Sport über Recruiting bis hin zu Ehrenamt und Charity. Die Zahlen beeindrucken: Das Festivalgelände erstreckt sich über 4,5 Kilometer, rund 700 Stunden Programm mit mehr als 1.000 Künstler*innen für alle Generationen werden geboten. An drei Tagen kamen in diesem Jahr rund drei Millionen Besucher*innen.

Großveranstaltungen in Nürnberg

Auch Nürnberg zieht vom Frühjahr bis zum Herbst immer wieder die Massen an. Um nur einige Veranstaltungen zu nennen: Beginnend mit dem Frühlingsvolksfest, der Blauen Nacht, Rock im Park, dem Bardentreffen, den beiden Klassik Open Air und schließlich dem Herbstvolksfest sowie alle zwei Jahre der Langen Nacht der Wissenschaft, reicht die Palette.

Auch diese Veranstaltungen sind nicht vorstellbar ohne ein sehr gutes öffentliches Nahverkehrsangebot. Deshalb verstärken wir unser reguläres Angebot. Busse und Bahnen bringen die Besucher*innen sicher und zuverlässig hin, durch die Nacht und schließlich nach Hause.

Busse und Bahnen bieten mehr Fahrten

Von unseren Planern über unsere Fahrer*innen und Servicemitarbeiter*innen vor Ort, teils auch das Team der Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e. V. bis hin zu den Beschäftigten der Leitstelle ziehen alle an einem Strang, damit die Räder unserer Busse und Bahnen rollen. Ab 25. August beispielsweise zwei Wochen lang beim Herbstvolksfest.

Berufserfahrung ist Voraussetzung für den Einsatz in anderen Städten

Gisela Chrupala war viele Jahre im Kunden- und Systemservice entlang der automatischen U-Bahn-Linien aktiv. Seit 2014 ist sie in der Leitstelle für Fahrgastinformation und für Fahrgastsicherheit zuständig. Wer den Notruf drückt, am Servicetelefon anruft, durch eine Störung begleitet wird – ob per Durchsagen oder über den gedrückten Notruf – könnte ihre Stimme hören.

Einsatz in Wien weckt Erinnerungen

„Es war für mich auf jeden Fall wahnsinnig interessant zu sehen, wie es in so einem großen Betrieb wie den Wiener Linien zu geht und wie so ein außergewöhnliches und großes Event wie das Donauinselfest dort „gewuppt“ wird,“ sagt Gisela Chrupala. Sie berichtet, dass sie und ihr Kollege Mario Söllner an drei U-Bahnhöfen als Abfertigungshilfen im Einsatz waren. „Ähnlich, wie Anfang der 1990er Jahre in Nürnberg, während des Christkindlesmarktes“, erinnert sich die ehemalige U-Bahn-Fahrerin, die 1992 zur VAG gekommen ist. „Damals kamen sehr viele Gäste aus den ostdeutschen Bundesländern. Vor allem der U-Bahnhof Lorenzkirche war oft völlig überfüllt.“

Mit guter Laune und Verständnis macht die Arbeit Spaß

Beeindruckt war Chrupala von der Art und Weise, wie die Wiener Kolleg*innen mit den Herausforderungen umgegangen sind: „Die Wiener Kolleg*innen machen das richtig gut! Sie ‚spielen‘ quasi mit den Fahrgästen bei solchen Großveranstaltungen, verbreiten gute Laune und interagieren mit ihnen. Das lockert unheimlich auf und vermeidet schlechte Stimmung am Bahnsteig während des Wartens auf die nächste Bahn. Wenn eine Veranstaltung zu Ende geht, dauert es, bis alle einsteigen und heimfahren können. Mit lustigen Ansagen vergeht das Warten schneller. Da macht auch das Arbeiten richtig Spaß, weil die Stimmung gut ist. Einfach nur toll.“

Da wurde, erzählt sie, von den Wiener Kolleg*innen am Bahnsteig schon einmal der Song „Hey Baby“ angestimmt – alle hätten mitgesungen. Und sie berichtet weiter: „Am Freitag hat der Chef der Station Handelskai die Fahrgäste via Durchsage animiert, den Mitarbeitern der Wiener Linien und uns Helfern am Bahnsteig einen großen Applaus zu spenden. Dem sind diese auch postwendend nachgekommen! Das tut gut. Ähnliches haben wir heuer beim Evangelischen Kirchentag erlebt. Zwar keinen lauten Applaus, aber sehr viel Lob von den Gästen im direkten Kontakt.“

Im Zug Luft für weitere Fahrgäste lassen

Eine super Idee hat Gisela Chrupala zudem aus Wien mitgebracht: „Die Wiener Kolleg*innen machen an der ersten Station nur die Türen des ersten Wagens eines Zuges auf. An der zweiten Station werden dann die Türen des nächsten Wagens geöffnet. Das ist eine super einfache, aber wirkungsvolle Idee für den Abtransport. Dieses sogenannte „Wiener Modell“ wird inzwischen auch andernorts bei Veranstaltungen angewandt. Man muss es den Fahrgästen nur erläutern. Dann haben sie Verständnis. Perfekt organisiert.“

Leitstellenführung mit Kolleg*innen anderer Verkehrsbetriebe

Ergänzend zum Einsatz hätten sie und ihr Kollege bei einer Leitstellenführung und einer Fahrt mit der U-Bahn Einblick in den Betrieb bekommen. Mit dabei seien auch Kolleg*innen der Verkehrsbetriebe München, Hamburg, Berlin, Stuttgart, Hannover und Düsseldorf gewesen. „Der Austausch mit den Kollegen in Wien war spannend und interessant. Wann hat man die Chance mal so über den Tellerrand zu sehen und zu fachsimpeln. Automatisch vergleicht man dabei den eigenen Arbeitsplatz, die eigenen Aufgaben.“ Chrupala ist für die Gelegenheit sehr dankbar.

Erstmals außerhalb Nürnbergs im Einsatz

Auch für Mario Söllner waren die drei Tage in Wien ein echtes Erlebnis mit spannenden Einblicken. Für den Verkehrsmeister, der normalerweise Züge auf der U-Bahn-Linie U1 im Blick behält oder als Streckenverkehrsmeister auf der U-Bahn unterwegs ist, war es ebenfalls das erste Mal, dass er außerhalb Nürnbergs einen Einsatz hatte. Er freute sich schon im Vorfeld entsprechend: „Klar ist es schön, nach Wien zu fahren und Neues kennenzulernen. Ich war sehr neugierig, wie die Wiener Linien das Großereignis stemmen. Das Donauinselfest ist mit keiner unserer Veranstaltungen vergleichbar. Einfach riesig.“

Abgesehen vom Dienst am Bahnsteig war es für Söllner spannend, einen Zug der Wiener Linien zu fahren. Auf die Frage, ob das denn so einfach ginge, antwortete er: „Ich habe mir schon vor der Fahrt das Netz der Wiener U-Bahn angesehen und mich auch mit ihren U-Bahn-Zügen vertraut gemacht.“

Eigene Abläufe und Standards hinterfragen

Mit seinen Nürnberger Kolleg*innen möchte Söllner in jedem Fall über die Betriebsabwicklung, die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sowie die Art der Fahrgastinformation sprechen. Vielleicht ergäben sich Verbesserungsmöglichkeiten. „Klar wir sind Franken, aber ich bin mir sicher, dass es auch uns guttut, wenn hie und da mal ein Späßchen gemacht wird. Das ist doch viel angenehmer als der Bierernst, der uns immer wieder nachgesagt wird und den wir auch zelebrieren.“

Mario Söllner weiter: „Es kann ja auch sein, dass wir erkennen, dass wir in einigen Bereichen bereits bestens aufgestellt sind. Das wäre doch eine schöne Bestätigung. Genau das finde ich so spannend an diesem Einsatz außerhalb unserer Komfortzone.“ Sagt es und kann sich ein Zwinkern mit dem rechten Auge nicht verkneifen.

Neue Motivation und neuer Schwung

Mario Söllner, der im Januar 2012 bei der VAG als U-Bahn-Fahrer angefangen hat, findet es gut und wichtig, dass nach Möglichkeit und abhängig vom eigenen Personalbedarf jeweils andere Kolleg*innen fahren dürfen. „Das empfinden alle auch als Belohnung. Das motiviert ungemein und bringt so viel Schwung für alle in der Abteilung.“

Blick über den Tellerrand bei den Wiener Linien hat Vorteile

Für Jörg Schramm, einen von drei Koordinatoren in unserer Zentralen Serviceleitstelle, steht fest, dass der Blick über den Tellerrand unserem Unternehmen Vorteile bringt. „Sehen, wie andere so eine Großveranstaltung stemmen, mit wie viel Personal, an welchen Punkten im ÖPNV-Netz, das ist in jedem Fall hilfreich“, so Jörg Schramm. „Automatisch stellen die Kolleg*innen dabei unsere Standards auf den Prüfstand und bringen ihre Erfahrungen bei uns ein.“

Nebeneffekt des Einsatzes in Wien: Hilfe und neue Kontakte

Aber nicht nur das: Für die Verkehrsunternehmen in München (Oktoberfest), Wien (Donauinselfest) und Hamburg (Hafenfest) sind geschulte Mitarbeiter*innen anderer Verkehrsunternehmen eine wertvolle Unterstützung. „Die erfahrenen Kolleg*innen unterstützen beim Service und bei der Abfertigung vor allem in der U-Bahn. So werden Unfälle vermieden, die Züge kommen schneller weg, wenn die Züge bereits voll besetzt sind, andere aber noch nachdrängen“, so Jörg Schramm. „Das ist wie bei uns in der Morgenspitze im Schul- und Berufsverkehr am Hauptbahnhof, nur unter anderen Bedingungen.“

Für Jörg Schramm steht fest: „Die Erfahrung für Kolleg*innen und Betrieb ist wertvoll. Wir gewinnen gute Kontakte und stärken unser Image. Und all das kommt schließlich unseren Fahrgästen zugute.“

Text: Elisabeth Seitzinger 
Fotos: Gisela Chrupala, Wiener Linien, Privat 

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