Busantriebe: Trends immer fest im Blick

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Busantriebe entwickeln sich stetig weiter. Bereits seit 1923 testen auch wir immer wieder neue Entwicklungen und bewerten die Antriebstechnologien neu.

Diesel löst Benzin ab

Betrieb man die ersten Busse in den 20er Jahren noch mit Benzin, hat sich schnell herausgestellt, dass Diesel – in erster Linie aus Kostengründen – die bessere Alternative ist. Doch dabei blieb es nicht. Nach dem Motto „Not macht erfinderisch“ brachten insbesondere die Kriegs- beziehungsweise Nachkriegsjahre neue Entwicklungen hervor.

Eine davon war der Betrieb von Bussen mit Niederdruck-Stadtgas, das damals im Vergleich zu Diesel oder Benzin verhältnismäßig günstig zur Verfügung stand. Außerdem gab es zu dieser Zeit Oberleitungsbusse, die über eine Oberleitung mit Strom betrieben wurden, so wie später und bis heute unsere Straßenbahnen.

Antriebsarten entwickeln sich stetig weiter

Früher aus der Not geboren, stehen heute beim Einsatz alternativer Antriebstechnologien Umweltaspekte im Vordergrund. Schließlich ist es auch bei den per se als umweltfreundlich geltenden öffentlichen Verkehrsmitteln stets das Ziel, Emissionen so gering wie möglich zu halten. Bei den verschiedenen Ansätzen, die wir, die VAG, ab den 90er Jahren verfolgten, stellten sich Gas und Elektrizität erfolgversprechend heraus.

1992: Erster Erdgasbus in Nürnberg

So ging 1992 der erste Prototyp eines Erdgasbusses in Nürnberg in den Testbetrieb. Die Technologie setzte sich durch, sodass wir, die VAG,1996 den ersten Erdgasbus im Linienverkehr einsetzten. Nur zwei Jahre später war die Nürnberger Erdgasflotte mit über 50 Fahrzeugen die größte Deutschlands.

Bis 2030: rein elektrische Busflotte

Auch die Elektromobilität verfolgten wir, die VAG, nach den O-Bussen weiter. Bereits 1998 testete man den elektrischen Antrieb mithilfe von zwei Diesel-Elektrobussen ohne Speichersystem. Man benötigte jedoch einen Dieselmotor, der im Bus elektrische Energie erzeugte. Nach dem Einsatz verschiedener Hybridbusse ging 2018 der erste rein elektrische Bus in den Betrieb. Bis 2030 soll der gesamte Fuhrpark auf elektrischen Betrieb umgestellt sein.

Busse, die es nicht geschafft haben

Die Etablierung weiterer Antriebstechnologien und Verbesserungen im Busbetrieb verlief keineswegs geradlinig. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder Neuerungen, die großen Fortschritt versprachen. Wir wollten natürlich wissen, ob sich diese auch im Alltag bewähren. Aus diesem Grund hatten wir über die Jahre immer wieder Testbusse „zu Besuch“, die wir auf Herz und Nieren prüften. Diese haben wir entweder direkt vom Hersteller bekommen oder von anderen Verkehrsbetrieben geliehen.

Flüssigwasserstoff und Brennstoffzelle

So testeten wir 1996, parallel zur Etablierung der Erdgasbusse, einen Bus mit Flüssigwasserstoff-Antrieb. Der Bus fuhr sowohl mit Benzin als auch mit Wasserstoff. Er war circa ein Jahr lang in Erlangen im Einsatz.

Zu Beginn der 2000er Jahre startete die VAG sogar Versuche mit Brennstoffzellen. Diese Busse hatten ein eigenes kleines Kraftwerk an Bord. Den ersten Brennstoffzellenbus testeten wir 2001.

Zu teuer und anspruchsvoll

Drei Jahre später, 2004, entwickelte sich die Technologie weiter. Denn Dank Nickel-Metallhybrid-Akkus konnte die Bremsenergie gespeichert und zum Anfahren genutzt werden. Wir setzten das Fahrzeug ein Jahr lang im Linienbetrieb ein.

Letztlich konnte sich die teure und sehr anspruchsvolle Technik bei beiden Modellversuchen aber nicht durchsetzen.

Entwicklung immer fest im Blick

Auch in Zukunft werden wir die Entwicklungen der Bus-Antriebstechnologien genau beobachten und Neuerungen auf Herz und Nieren testen. Im Sinne des Komforts für unsere Fahrgäste und Fahrer*innen aber vor allem auch im Sinne aller und der Umwelt.

Übrigens: Wer sich zum Thema 100 Jahre Bus noch umfassender informieren möchte, wird hier auf unserem Blog und auf unserer Website fündig.

Autorin: Isabell Reuter
Foto: VAG-Archiv

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