Unsere Fahrgäste: Immer gut informiert

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Wir bringen Sie von A nach B. Doch wie kommen Sie eigentlich zu Punkt B, wie finden Sie an Ausgangspunkt A die richtige Haltestelle und welche Alternativen haben Sie, wenn es auf dem Weg zwischen A und B zu einer Störung kommt? Um dies herauszufinden, spielt die lückenlose Fahrgastinformation vor, während und nach der Reise eine wichtige Rolle.

Umfassende, digitale Services

Sicher kennen Sie schon vag.de und unsere App NürnbergMOBIL. Diese digitalen Angebote vereinen alles, was die Fahrgastinformation zu bieten hat und können sowohl von zu Hause als auch von unterwegs genutzt werden. Vor Ort an den Haltestellen befinden sich weitere, stationäre Fahrgastinformationsmedien, die Sie in Echtzeit über kommende Abfahrten und Störungen informieren. Dazu zählen beispielsweise die Zugzielanzeiger an den U-Bahnhöfen aber auch die sogenannten DFIS-Anzeiger an den Bus- und Straßenbahnhaltestellen. DFIS steht für Dynamisches FahrgastInformationsSystem. Screens in den Fahrzeugen, die unter anderem aktuelle Umsteigebeziehungen anzeigen, runden das digitale Angebot ab.

Doch auch wenn der Trend zum Digitalen geht, heißt es weiterhin: so viel digital wie möglich, so viel analog wie nötig. So wird auch Personen, die die digitalen Angebote nicht nutzen können oder möchten, Zugang zu den wichtigsten Infos geboten. An den Haltestellen hängen daher nach wie vor gedruckte Abfahrtsfahrpläne sowie Umgebungspläne und Hinweise auf Umleitungen oder Baustellen aus. Und jedes Jahr pünktlich zum Fahrplanwechsel erscheinen die kleinen gedruckten Fahrplanhefte des VGN für einzelne Linien.

Barrierefreiheit

Das Bestreben, jedem Fahrgast Zugang zu den wichtigsten Informationen zu bieten, geht aber noch weiter. Um auch sehbehinderten Fahrgästen die Nutzung unserer Busse und Bahnen zu vereinfachen, setzen wir neben rein optischen Informationsangeboten auch auf akustische. Im Störungsfall werden Durchsagen getätigt, viele der DFIS-Anzeiger verfügen nicht nur über ein Auffindesignal für Blinde und Sehbehinderte, sondern auch über eine Vorleseeinrichtung, die die nächsten Abfahrten ansagt. Hinzu kam in diesem Jahr die Testversion der App VAG_Lotse. Per Bluetooth lässt sich diese mit den Monitoren im Fahrzeug verbinden und sagt zusätzlich zur Ansage im Fahrzeug die nächste Haltestelle an und weist die Nutzer*innen auf Umsteigemöglichkeiten hin.

Auch nach der Fahrt sind wir für Sie da

Angekommen an der Zielhaltestelle mag die Fahrt zu Ende sein, die Reise geht jedoch meist weiter. Im Bereich der U-Bahn zeigt daher das Wegeleitsystem an, welcher Aufgang genutzt werden muss, um zu welcher Straße zu kommen. Außerdem ist angegeben, wo sich die Aufzüge befinden, wo weitere Linien abfahren und ob sich vor Ort eine VAG_Rad-Station befindet.

Die Fahrgastinformation begleitet Sie also von zu Hause bis an Ihren Zielort. Die einzelnen Medien greifen ineinander und ergänzen sich, sodass sich jeder möglichst umfassend informieren kann. Dabei entwickelt sich die Fahrgastinformation immer weiter. Die Digitalisierung schafft immer mehr Möglichkeiten, insbesondere was die Echtzeitinformation angeht. Jedoch sind hier auch gewisse Grenzen gesetzt.

Warum eine Minute manchmal länger als 60 Sekunden dauert

Eine Situation, die sicher jeder kennt: Sie stehen an der Haltestelle, die Abfahrt Ihrer Linie ist in einer Minute angekündigt. Die Minute fühlt sich jedoch auf einmal sehr lang an und immer noch ist kein Bus in Sicht. Die eine Minute „Ihrer Linie“ bleibt jedoch weiterhin stehen, während der Countdown der folgenden Linien regulär weiterläuft. Im schlimmsten Fall taucht der Bus, der eigentlich erst fünf Minuten nach Ihrem hätte eintreffen sollen, zuerst an der Haltestelle auf, während Ihrer weiter auf sich warten lässt. Wie kann das sein?

Generell sind im Fahrgastinformationssystem die Solldaten der einzelnen Fahrten hinterlegt. Somit weiß das System, wie lang einzelne Busse oder Bahnen von einem Punkt zum nächsten benötigen. Während der Fahrt wird per GPS an bestimmten Punkten die tatsächliche Position des Fahrzeugs ermittelt. So kann die voraussichtliche Abfahrt in Echtzeit prognostiziert und auf den Fahrgastinformationsmedien angezeigt werden.

So weit, so gut. In der Theorie übermittelt das Fahrzeug also, dass es sich an einem Punkt, drei Minuten von der Haltestelle entfernt befindet, es wird die Abfahrt in drei Minuten angezeigt, das Fahrzeug trifft in besagten drei Minuten ein. In der Praxis ist das leider nicht ganz so einfach. Angenommen, das Fahrzeug befindet sich noch drei Minuten von der Haltestelle entfernt. Dort gerät es in den Rückstau einer roten Ampel, kommt also nicht weiter und es entstehen Verzögerungen. Das GPS-Signal übermittelt weiterhin, dass sich das Fahrzeug drei Minuten entfernt befindet. Die Anzeige bleibt auf drei Minuten stehen, auch wenn zwischenzeitlich bereits eine Minute verstrichen ist.

Rote Ampel, Unfälle, Baustellen und Stau

Dabei ist eine rote Ampel bei weitem nicht der einzige Faktor, der zu Verzögerungen führen kann. Auch Unfälle, Baustellen, Staus, Behinderungen oder ein Fahrgastwechsel, der länger dauert als gewöhnlich, sorgen dafür, dass sich die Position unserer Fahrzeuge nicht ändert und der Countdown dadurch stagniert.

Vielleicht fragen Sie sich nun, warum die Abfahrtszeit nicht entsprechend nach oben korrigiert wird? Steht der Bus im Stau, kommt es schließlich zu einer Verspätung, diese müsste ganz im Sinne der Echtzeit auch angezeigt werden. Hier kommt die Problematik mit Prognosen ins Spiel. Es lässt sich leider unmöglich abschätzen, wie lange die Busse und Bahnen aufgehalten werden. Ein Stau kann sich ebenso schnell auflösen, wie er sich bildet. Doch nur weil eine Behinderung wegfällt, heißt das nicht, dass ein paar Meter weiter nicht die nächste Überraschung auf unsere Fahrer*innen wartet.

Nichtsdestotrotz bietet die Digitalisierung vielfältige Möglichkeiten und sorgt dafür, dass Sie von zu Hause bis zum Ziel Ihrer Reise stets gut informiert sind. Die Entwicklung der digitalen Informationsmedien schreitet dabei immer weiter voran. So könnten in einigen Jahren sogenannte intelligente Haltestellen, bei denen gänzlich auf Printaushänge verzichtet wird und die Fahrgäste stattdessen über Monitore aktuell informiert werden, zur Realität werden. Wir sind jedenfalls gespannt, wo die Reise hingehen wird.

Autorin: Isabell Reuter 
Foto: Claus Felix

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