Inhalt dieses Artikels
Ich, Martin Onyszko, Auszubildender zur Fachkraft im Fahrbetrieb (kurz FiF), wollte es genau wissen: Was hat sich eigentlich in zehn Jahren in meinem Ausbildungsberuf verändert – also zwischen 2015 und meinem Start im Jahr 2025? Ich habe unseren Ausbilder Tobias Kerndl zum Interview getroffen und nachgehakt, was damals anders war?
Von Wind und Wetter zu High-Tech-Kameras
Einer der größten Unterschiede zeigt sich direkt an unserem Arbeitsplatz: den Fahrzeugen. In meinem Fall ist das künftig die U-Bahn. Wenn man die Geschichten von früher hört, klingen sie fast nach Abenteuerurlaub. Die U-Bahn-Abfertigung fand damals noch draußen auf dem Bahnsteig statt – egal ob es gestürmt, geregnet oder geschneit hat. Heute blicken wir bequem aus dem Fahrerstand auf die Außenspiegel und Monitore der Kameras.
Überhaupt ist das Fahren viel komfortabler geworden. Während man früher in der Ausbildung noch drei verschiedene Fahrzeugtypen bis ins kleinste Detail lernen musste, konzentrieren wir uns heute auf moderne Technik vom G1. Die Fahrzeuge sind extrem fortschrittlich und entlasten uns im Alltag. Sogar die Störungsbeseitigung, vor der wohl jeder Azubi am Anfang Respekt hat, ist heute dank digitaler Unterstützung viel einfacher und intuitiver als noch vor zehn Jahren.
Persönlichkeit schlägt Note
Auch bei der Bewerbung für die Ausbildung hat sich der Fokus verschoben. Klar, die Verantwortung ist geblieben – wer hunderte Menschen durch Nürnberg fährt, muss liefern. Die Leistungserwartungen sind nach wie vor hoch. Aber: Heute zählt der Mensch mehr als das Zeugnis. Ein Pkw-Führerschein ist zwar Pflicht, aber dafür bekommt man auch bei nicht ganz perfekten Noten eine echte Chance und eine Übernahmeperspektive, wenn die Einstellung stimmt.
Was uns besonders freut: Das Image unseres Berufs – Fachkraft im Fahrbetrieb – ist ordentlich gestiegen. Wir merken das an den vielen Interessenten bei den Schnuppertagen – und vor allem daran, dass sich immer mehr Frauen für die FiF-Ausbildung begeistern. Früher wurde die Wichtigkeit unseres Jobs oft erst bemerkt, wenn mal gestreikt wurde. Heute spüren wir viel mehr Respekt für das, was wir täglich auf Straße und Schiene leisten.
Ein Team auf Augenhöhe
Was mir im Gespräch mit unserem Ausbilder besonders aufgefallen ist: Die Chemie stimmt einfach. Beide unserer heutigen Ausbilder haben selbst die FiF-Ausbildung gemacht. Sie wissen genau, wo uns der Schuh drückt, weil sie vor ein paar Jahren an derselben Stelle saßen. Man macht mal einen Spaß, die Altersgruppe liegt nah beieinander und Probleme von früher werden heute aktiv verbessert.
Auch abseits der Gleise hat die VAG uns Auszubildenden inzwischen viel zu bieten: Sie setzt auf Gesundheit, Sportangebote und echtes Teambuilding – egal ob beim Bowling oder bei gemeinsamen Ausflügen. Und das Wichtigste: Wir haben heute mit dem FiF-Raum einen eigenen Rückzugsort, den es 2015 so noch gar nicht gab.
Mein Fazit
Die Möglichkeiten für uns junge Leute waren wahrscheinlich noch nie so gut wie heute. Der demografische Wandel spielt uns in die Karten, und durch den tiefgründigen Betriebsunterricht sowie die Einblicke in die verschiedensten Abteilungen werden wir zu echten Allround-Fachkräften. Wir sehen an unseren Ausbildern jeden Tag, wie weit man es hier bringen kann. Wir alle sind bereit für die nächsten Kilometer – egal ob in der U-Bahn, in der Tram oder im Bus.
Über mich
Hi, ich bin wie schon erwähnt Martin Onyszko, 20 Jahre alt und seit September 2025 Azubi zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei der VAG. In meiner Freizeit mache ich die meiste Zeit etwas mit meiner Freundin. Wenn wir nichts miteinander machen, sitze ich gerne am PC und spiele meine Videospiele.
Zur VAG bin ich durch Zufall gekommen, weil meine Freundin mir ein Reel geschickt hat, dass die VAG einen Schnuppertag anbietet und dort vor Ort gefiel mir so sehr, dass ich mir gedacht habe: Warum nicht einfach zur VAG? Ab dem Tag ging der Bewerbungsprozess ganz schnell: Bewerbung nach dem Schnuppertag, Auswahlverfahren, Vorstellungsgespräch und jetzt bin ich schon seit fast einem Jahr hier und fühle mich richtig wohl. Übrigens: Als ich während meines ersten Ausbildungsjahrs bei der Konzernkommunikation abgestellt war, um in deren Arbeitsbereich hineinzuschnuppern, ist dieser Blog-Beitrag entstanden.
Und wann bewirbst du dich?
Text: Martin Onyszko
Bilder. Martin Onyszko und Kollegen

Unsere Busse und Bahnen umrunden täglich fast zwei Mal die Welt und bringen rund 600.000 Fahrgäste jeden Tag sicher, zuverlässig, schnell und bequem an ihre Ziele. Um reibungslose Abläufe kümmern sich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, etwa 2.300 Mitarbeiter*innen.



0 Kommentare