Der VAG-Blog aus Nürnberg

Was macht eigentlich ein Rangierer?

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Geschätzte Lesezeit ca. 3 Minuten

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Einmal Rangierer: Adam Buschbacher am Fahrerpult einer automatischen U-Bahn

Ich als Test-Rangierer 🙂

Mein Name ist Adam Buschbacher und ich bin Auszubildender zur Fachkraft im Fahrbetrieb bei der VAG im ersten Lehrjahr. Während meines Einsatzes bei der Konzernkommunikation durfte ich einen Beitrag für den Blog verfassen. Eine Idee hatte ich schnell: Ich entschied mich, die interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit als Rangierer näher zu beleuchten. Dazu habe ich den Kollegen Patrick Popiolek einen Tag lang begleitet und habe durch ihn wertvolle Einblicke in seine Aufgaben erhalten.

Vom Werkzeugmacher zum Rangierer

Patrick Popiolek, gelernter Werkzeugmacher, hat seine Karriere bei der VAG im April 2021 als U-Bahn-Fahrer im Quereinstieg  begonnen. Schon früh entwickelte er ein großes Interesse für den Rangierdienst und bekam deswegen die Chance, einen Rangierer-Kollegen für eine Woche zu begleiten.

So wird man Rangierer

Um Rangierer zu werden, muss man sich zunächst auf eine offene Stelle bewerben und die nötigen Qualifikationen mitbringen. Dazu zählt die KUSS-Berechtigung, also die Betreuung der automatischen U-Bahnen im Störungsfall, sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung als U-Bahn-Fahrer. Darüber hinaus sollte man auch gut im Störungsmanagement und vor allem zuverlässig sein. Nach der Bewerbung steht zunächst ein schriftlicher Einstellungstest an und nach dessen erfolgreichem Abschluss folgt ein praktischer Test im U-Bahn Simulator der Fahrschule.

Die Weiterbildung

Patrick schaffte es – er konnte alle Voraussetzungen erfüllen und war damit bereit, die Weiterbildung zum Rangierer anzutreten. Sie beträgt insgesamt etwa zehn Wochen.

Die Weiterbildung beginnt mit einer Woche Rangierer-Ausbildung in der U-Bahn-Werkstatt in Langwasser, zusammen mit der Fahrschule. Hinzu kommen vier Wochen Begleitung eines ausgebildeten Rangierers, um die Tätigkeit näher kennen zu lernen, fünf Wochen Ortsstellwerker-Ausbildung und noch ein Tag Aufzugswärter-Ausbildung.

Während der Weiterbildung werden wichtige Inhalte vermittelt, wie beispielsweise das Fahren eines defekten Zuges, das richtige Verhalten im Bereich der Werkstatt oder die ordnungsgemäße und sichere Bedienung eines Stelltisches, der zum Einstellen der Weichen und Signale für die Züge dient.

Rangierer Patrick Popiolek neben einem U-Bahn-Zug

Rangierer Patrick Popiolek

Arbeitsalltag eines Rangierers

Ein typischer Arbeitsalltag beginnt damit, dass der Rangierer zunächst überprüft, wie viele Züge er in die Werkstatt rangieren muss, damit sie dort von den Kolleg*innen repariert werden können.

Die Disposition der automatischen Züge – Linien U2 und U3 – erfolgen meist durch die Leitstelle, die der konventionellen Züge – also alle Züge, die auf der U1 mit Fahrer*in unterwegs sind – durch den Rangierer in Langwasser Nord.

Wenn gerade nicht viel los ist auf der Strecke, werden die ersten Züge an die Werkstatt überführt. Dort angekommen werden bereits reparierte Züge überprüft und zurück auf die Strecke gebracht. Falls größere Störungen auftreten, ist oft der Rangierer dafür verantwortlich, den defekten Zug zu übernehmen und von der Strecke zu räumen sowie einen neuen Zug zur Verfügung zu stellen.

Flexible Arbeitszeiten

Rangierer arbeiten überwiegend allein. Trotzdem sind sie über Funk im ständigen Kontakt zur Leitstelle und den Rangiererkolleg*innen. Ein Arbeitstag als Rangierer dauert in der Regel etwa acht Stunden und man kann sich seine Arbeitszeit größtenteils frei einteilen.

Fazit

Der Dienst als Rangierer bietet eine spannende und abwechslungsreiche Alternative zum regulären Fahrbetrieb. Für mich ist es eine Richtung, in die ich mich gerne weiterentwickeln würde. Allerdings sollte ich zuerst einmal während der Ausbildung meine U-Bahn-Berechtigung machen.

Wenn Sie mich näher kennen lernen möchten, lesen Sie gerne auch in mein Porträt rein.

Wer sich für die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb interessiert, wird hier fündig.

Text: Adam Buschbacher  
Fotos: Patrick Popiolek, Adam Buschbacher

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