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Mobilität ohne Profitstreben: Worin sich Apps unterscheiden

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Geschätzte Lesezeit ca. 2 Minuten

Inhalt dieses Artikels

Wer heute in Nürnberg unterwegs ist, hat fast immer ein Smartphone dabei. Es zeigt den Weg, verkauft Tickets und schlägt alternative Routen vor. Doch Apps sind nicht neutral. Welche Mobilitäts-App wir nutzen, beeinflusst unser Verhalten – und damit auch die Mobilitätswende. Die Unterschiede sind gravierend.

Die stille Macht der Mobilitäts-Apps

Fachleute sprechen von Mobility as a Service (MaaS). Gemeint sind Apps, die verschiedene Verkehrsmittel bündeln – von Bus und Bahn über Leihräder bis hin zu Sharing-Angeboten. Sie reduzieren Suchaufwand und Stress.

Studien zeigen: Wenn Information, Buchung und Bezahlung in einer App zusammenlaufen, steigt die Bereitschaft, Verkehrsmittel zu kombinieren. Menschen nutzen häufiger Bus, Bahn und Rad. Die Hürden sinken – das Mobilitätsverhalten ändert sich messbar.

Verkehrsunternehmen wie die VAG erfüllen einen öffentlichen Auftrag. Wir ermöglichen Mobilität für alle Menschen vor Ort. Welche Rolle digitale Angebote dabei spielen, untersucht eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Titel „Mobilität digital und gemeinwohlorientiert gestalten“.

Werbefinanzierte Apps sind nicht neutral

Doch nicht jede Mobilitäts-App verfolgt dieselben Ziele. Private, werbefinanzierte Plattformen wie z. B. Google Maps stehen unter dem Druck, Gewinne zu erzielen. Häufig gilt dort das Prinzip: Wer zahlt, wird bevorzugt angezeigt.

Klimafreundliche Verkehrsmittel wie ÖPNV oder Fahrradverleihsysteme sind jedoch keine lukrativen Werbekunden. Entsprechend werden sie oft weniger prominent dargestellt. Stattdessen erscheinen Angebote mit höheren Treibhausgasemissionen, etwa Taxis oder E-Scooter, weiter oben.

Das bremst die Mobilitätswende und benachteiligt insbesondere einkommensschwächere Menschen.

Öffentliche Apps als Gegengewicht

Kommunale Mobilitäts-Apps folgen einer anderen Logik. Sie müssen keine Gewinne erwirtschaften. Stattdessen setzen sie auf eine neutrale Vermittlung von Mobilitätsangeboten, die grundsätzlich allen lokalen Anbietern offensteht.

Weitere Vorteile:

  • Barrierefreie Informationen für mobilitätseingeschränkte Menschen
  • Hoher Datenschutz: Keine Vermarktung persönlicher Bewegungsdaten
  • Lokale Tiefe: Integration aller relevanten Angebote vor Ort

Anonymisierte Auswertungen helfen dabei, Fahrpläne zu optimieren, Anschlüsse zu verbessern und den ÖPNV gezielt weiterzuentwickeln. Das ist Daseinsvorsorge im digitalen Raum.

NürnbergMOBIL: Einfach, fair, nachhaltig

Ein Beispiel für eine gemeinwohlorientierte Mobilitäts-App ist NürnbergMOBIL. Sie vernetzt den ÖPNV in Nürnberg mit Sharing-Angeboten und macht den intermodalen Verkehr besonders einfach.

In der App finden Nutzer*innen:

  • Verbindungen mit Bus, Straßenbahn und U-Bahn
  • VAG_Rad inklusive direkter Reservierung
  • voi eScooter, ausleihbar per QR-Code
  • den Ticketkauf direkt in der App
  • ein Bonussystem inklusive Challenges
  • Anzeige der Auslastung von Parkhäusern/-plätzen
  • Im Laufe des Jahres wird zudem ein Carsharing-Angebot integriert

Vorteile für Abo-Kund*innen

Abo-Kund*innen profitieren besonders: Freiminuten für VAG_Rad und voi eScooter lassen sich direkt in der App einlösen. So entsteht eine flexible Mobilitätskette, unabhängig von Fahrplan oder Tageszeit.

Die Mobilitätsforschung bestätigt: Je einfacher der Umstieg, desto häufiger wird er genutzt.

Kleine Entscheidung, große Wirkung

Die Wahl der richtigen App ist mehr als eine technische Frage. Sie beeinflusst, wie wir uns in der Stadt bewegen, welche Verkehrsmittel wir nutzen und ob die Mobilitätswende gelingt.

Digitale Werkzeuge können nachhaltige Mobilität fördern – wenn sie dem Gemeinwohl dienen. Die NürnbergMOBIL-App ist ein wichtiger Baustein dafür.

Am Ende bleibt eine einfache Frage: Wem überlassen wir den digitalen Wegweiser durch unsere Stadt?

Text: Barbara Lohss
Foto: VAG

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