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Stadtteilserie: Ziegelstein

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Geschätzte Lesezeit ca. 3 Minuten

Inhalt dieses Artikels

Ziegelstein verbindet Geschichte mit moderner Mobilität – und das nur wenige Minuten von der Nürnberger Innenstadt entfernt. Geprägt von der Nähe zum Flughafen und einer hervorragenden Verkehrsanbindung, hat sich der Stadtteil zu einem attraktiven Wohnort mit eigenem Charakter entwickelt.

Steckbrief: Nürnberg-Ziegelstein

Name: Ziegelstein
Fläche: ca. 195 Hektar
Einwohnerzahl: 5.684 (Stand 2024)
ÖPNV-Anbindung: U-Bahn-Linie U2 (Röthenbach – Flughafen), Buslinien 21 (Ziegelstein Süd – Buchenbühl – Ziegelstein Süd), 30 (Nürn­berg Nordostbahn­hof – Erlangen Hugenottenplatz), 31 (Herrnhütte – Großgründlach), 45 (Frankenstraße – Ziegelstein) und N1 (Hauptbahnhof – Buchenbühl)
Besonderheit: Trotz der kurzen Wege in die Stadt hat sich Ziegelstein sein Brauchtum bewahrt. Die Kirchweih lockt alljährlich Menschen von Nah und Fern in den nördlichen Nürnberger Stadtteil.

Schnell unterwegs – seit über 100 Jahren

Der Schienenverkehr hat in Ziegelstein eine lange Tradition. Die 1909 in Betrieb genommene Gräfenbergbahn hatte bis 1920 einen eigenen Bahnhof an der Neuwieder Straße. Mit der Eingemeindung nach Nürnberg im Jahr 1920 wurde auch die Straßenbahn weiter ausgebaut: 1926 erreichte die Linie 21 schließlich Ziegelstein.

Heute sorgt die U2 für eine schnelle Verbindung: Von Ziegelstein sind es nur elf Minuten bis zum Nürnberger Hauptbahnhof – und gerade einmal zwei Minuten bis zum Flughafen. Der letzte Abschnitt der U2 wurde 1999 nach vierjähriger Bauzeit eröffnet und macht den Stadtteil seither besonders attraktiv für Pendler*innen und Vielreisende.

Der Bau der U-Bahn brachte auch eine Neugestaltung des Fritz-Munkert-Platzes mit sich. Auf dem nach einem Sozialdemokraten und Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten benannten Platz findet mittwochs, freitags und samstags ein Wochenmarkt statt. Die klare, geometrische Gestaltung des Platzes greift den Verlauf der unterirdischen Trasse auf. Gläserne, prismatische Zugänge setzen moderne Akzente und verleihen dem Platz ein offenes, großzügiges Erscheinungsbild.

U-Bahnhof Ziegelstein: Rote Leuchtbänder kündigen Zug an

Der U-Bahnhof Ziegelstein ist geprägt vom Werkstoff Glas. Schon auf Straßenebene sorgt eine innovative Lösung für überraschend viel Tageslicht im Untergrund: begehbare Glasfelder lassen das Licht bis auf den Bahnsteig fallen. In eines dieser Felder ist der Aufzug integriert – funktional und elegant zugleich. Auch unten setzt sich das transparente Gestaltungskonzept fort. Geschuppt angeordnete Glaswände prägen das Bild des Bahnhofs. Dazwischen verlaufen raumhohe Glasrohre mit weißen LEDs – sie kündigen die Einfahrt der U-Bahn eindrucksvoll an. Nähert sich ein Zug, setzt sich eine immer schneller werdende „Lichtwelle“ in Bewegung. Rote LEDs an der Decke greifen dieses Spiel auf und geben den Fahrgästen ein zusätzliches visuelles Signal.

Ein filigran abgehängtes Aluminium-Kunstlichtband sorgt für eine klare Linienführung, während verzinkte Lochblech-Paneele über dem Bahnsteig die Raumakustik verbessern. So verbindet der U-Bahnhof Ziegelstein Design, Technik und Funktion auf bemerkenswert transparente Weise.

Von der Ziegelhütte zum Stadtteil

Die Wurzeln Ziegelsteins reichen bis ins Mittelalter zurück. Erstmals erwähnt wurde das Dorf 1370. Namensgebend war eine Ziegelhütte, hinzu kam das Schloss Ziegelstein der Nürnberger Patrizierfamilie Haller. Zwar wurden Siedlung und Schloss im Laufe der Geschichte mehrfach zerstört, doch der Ort entwickelte sich immer wieder neu. Der Straßenname „Bierweg“ hat übrigens auch eine lange Tradition: Die Straße liegt auf einer mittelalterlichen Route, über die einst Bier transportiert wurde.

Wohnen mit Charme und Geschichte

Ziegelstein bietet eine angenehme Mischung aus Tradition und Nachkriegsarchitektur. Siedlungen aus den 1950er-Jahren prägen das Bild ebenso wie liebevoll erhaltene Häuser aus dem 18. Jahrhundert. Das vielfältige Wohnangebot und gewachsene Strukturen machen den Stadtteil besonders familienfreundlich.

Zwar verfügt Ziegelstein nicht über große touristische Sehenswürdigkeiten, doch gerade das verleiht ihm seinen entspannten, nachbarschaftlichen Charakter. Neben dem nicht mehr als solches erkennbaren Imhoff’schen Schloss ist auch die Gnadenkirche einen Blick wert. Sie wurde aus Dänemark gestiftet und gehört zu einer Reihe baugleicher Kirchen in Deutschland, die Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue religiöse Heimat geben sollten.

Der Anger als Herz des Stadtteils

Eine wichtige Rolle im heutigen Ziegelstein spielt die Brauchtumspflege. Besonders die Kirchweih, die als Straßenkirchweih gefeiert wird, zieht jedes Jahr zahlreiche Gäste aus ganz Nürnberg an.

Veranstaltungsort ist der Anger – einst Dorfallmende und landwirtschaftlich genutztes Gemeindeland, heute grüne Mitte des Stadtteils. Hier trifft man sich, hier wird gefeiert, hier lebt Gemeinschaft.

Ziegelstein zeigt: Gute Anbindung, gewachsene Geschichte und lebendige Nachbarschaft schließen sich nicht aus – sie machen den Stadtteil zu einem attraktiven Ort zum Leben, Wohnen und Arbeiten.

Welchen Stadtteil sollen wir als nächstes vorstellen?

Ziegelstein vorzustellen, wurde kürzlich in den Kommentaren vorgeschlagen. Viele weitere spannende Viertel sind hier auf unserem Blog zu finden – und als kurzen Überblick auch in unseren YouTube-Shorts. Welchen Stadtteil sollen noch vorstellen? Schreibt gern in das Kommentarfeld!

Text + Bild: Barbara Lohss

Kommentare

2 Kommentare

  1. Danke erstmal für die schöne Serie 🙂 Wie wäre es mal mit der Werderau, Zabo oder Hummelstein/Lichtenhof ?

    Antwort
    • Gerne nehmen wir deine Vorschläge mit in unserer Liste auf :-). Besten Dank.

      Antwort

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