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Saubere U-Bahnen fallen sofort auf. Was viele Fahrgäste aber nicht wissen: Auch die Stromschienen, über die die Bahnen ihren Fahrstrom beziehen, brauchen regelmäßige Pflege. Doch wer kümmert sich um ihre Reinigung?
Im ersten Beitrag unserer neuen Serie werfen wir einen Blick hinter die Kulissen und zeigen, wie wir Staub, Schmutz und Ablagerungen während nächtlicher Einsätze beseitigen.
Wenn die Züge Pause haben, geht die nächtliche Reinigung los
Wenn die letzte U-Bahn ihre Fahrt für den Tag beendet hat, stehen die Kolleg*innen für die Reinigung der Stromschienenanlagen schon in den Startlöchern. In den kommenden Nächten sind sie mit einem Spezialfahrzeug unterwegs. Der Ablauf? Routiniert und eingespielt: „Vom Betriebshof Langwasser aus fährt das Reinigungsgespann zum geplanten Einsatzort. Dort bauen die Kolleg*innen die Technik auf“, erklärt Arnulf von Schumann, Leiter der Abteilung Fahrleitung bei uns, der VAG.
Aufbau der Reinigungstechnik – jeder Handgriff sitzt
Konkret sieht das so aus: Zunächst müssen sie einen langen, beweglichen Arm ausklappen, der fest mit dem Reinigungsfahrzeug verbunden ist. An diesem Arm sitzen zwei rotierende starke Waschbürsten, die ausgefahren werden. Anschließend rollen die Mitarbeitenden den Schlauch aus, an dessen Ende eine Hochdrucklanze sitzt und aus der später das Wasser kommt. Zum Schluss wird die Hochdruckpumpe gestartet und der Lokfahrer bekommt ein Signal zum Losfahren. So ist das Gespann aus Arbeitslok, Arbeitswagen und Reinigungseinheit in den nächsten Nächten im Nürnberger U-Bahn-Netz unterwegs, um die Stromschiene gründlich zu reinigen.
Die Anlage muss frei von Fett, Schmutz und Staub sein
„Nimmt man es von der Begrifflichkeit her ganz genau, reinigen wir nicht die Stromschiene direkt, sondern die graue Abdeckung und die Stromschienenträger, an denen Abdeckung und Schiene befestigt sind“, erklärt Thomas Gäck aus der Abteilung Gleis- und Fahrleitungsbau.
Die gesamte Anlage, so Gäck weiter, muss frei von Fetten, Schmutz, Staub oder anderen Ablagerungen sein, um den isolierten Aufbau der Stromschienenanlage zu garantieren. Die regelmäßige Reinigung ist damit ein wichtiger Faktor für einen sicheren und zuverlässigen U-Bahn-Betrieb. Auf der grauen Abdeckung der Stromschiene sind zudem wichtige Aufkleber mit Warnhinweisen oder an den Haltestellen die Kennung für den Haltebereich der Kurzzüge angebracht – diese müssen für alle und immer sichtbar sein. Apropos sichtbar: Fahrgäste sehen die Stromschienenanlage vom Bahnsteig aus auf der anderen Seite der Gleise.
Stromschiene und Abdeckung – das sind ihre Aufgaben
- Über die Stromschiene beziehen die U-Bahnen ihren Fahrstrom, und zwar mit einem Stromabnehmer, der unten an den Zügen befestigt ist.
- Die graue Abdeckung ist ein wichtiger Schutz, denn durch die Stromschiene laufen 750 Volt Gleichstrom, der absolut lebensgefährlich ist.
Nach festem Plan durchs gesamte U-Bahn-Netz
Die Reinigung der Stromschienenanlage folgt einem Zwei-Jahres-Rhythmus. Das heißt in einem Jahr stehen die U-Bahn-Linien U2 und U3 an, im darauffolgenden Jahr die U1. „Pro Jahr planen wir zwischen vier und sechs Wochen ein, bis die Anlagen wieder ordentlich sauber sind. Nach zwei Jahren haben wir rund 95 Kilometer Stromschienenanlagen entlang des Nürnberger U-Bahn-Netzes gereinigt; anschließend geht es wieder von vorne los“, erklärt Gäck.
Mit Erfahrung und Teamarbeit im Einsatz
Bei jedem Einsatz arbeiten unsere Fachkräfte aus verschiedenen Fachbereichen Hand in Hand: Sieben bis acht Mitarbeitende kümmern sich um die Reinigung, drei weitere steuern den Arbeitszug und zwei übernehmen die Überwachung und Kontrolle der Arbeiten. Unterstützt wird das Team zudem von externen Fachfirmen.
Synergien sinnvoll nutzen
Um die Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen, sind zwei VAG-Mitarbeitende im Einsatz, die die Stromschienenanlage auf Schäden oder Abnutzungen hin untersuchen. Wenn nötig führen sie auch kleinere Wartungsarbeiten durch. Außerdem, erklärt Thomas Gäck, „inspizieren wir die Gleise und achten auf Schäden“. Für die Reinigungsarbeiten werden teilweise Ersatzverkehre oder Falschfahrten eingerichtet, sonst finden die Arbeiten in der Betriebsruhe statt. „So können wir effizient reinigen und verschiedene Arbeiten bündeln“.
Zahlen und Fakten zur Stromschienenreinigung
- Rund 79.000 Stromschienenträger werden gereinigt.
- Die Stromschiene wird nicht direkt gereinigt, es ist die graue Abdeckung und der darunter liegende Stromschienenträger.
- Alle zwei Jahre stehen die Arbeiten an.
- U2 und U3 werden parallel erledigt.
- Im Folgejahr geht es auf der U1 weiter.
- Jeder Jahreseinsatz dauert zwischen vier und sechs Wochen.
Text: Yvonne Rehbach
Foto: Isabell Reuter (Header) / Norbert Eckert (Galerie)

Unsere Busse und Bahnen umrunden täglich fast zwei Mal die Welt und bringen rund 600.000 Fahrgäste jeden Tag sicher, zuverlässig, schnell und bequem an ihre Ziele. Um reibungslose Abläufe kümmern sich rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, etwa 2.300 Mitarbeiter*innen.



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