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Stadtteilserie: Eibach

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Geschätzte Lesezeit ca. 3 Minuten

Inhalt dieses Artikels

Wer in Nürnberg ein ruhiges Wohngebiet mit guter Verkehrsanbindung, solider Alltagsinfrastruktur und Nähe zur Natur sucht, kommt an Eibach kaum vorbei. Der im Süden Nürnbergs gelegene Stadtteil überzeugt mit dörflichem Charme, viel Grün und kurzen Wegen – ideal für Familien und Pendler*innen.

Steckbrief: Nürnberg-Eibach

Name: Eibach
Fläche: ca. 320 Hektar
Einwohnerzahl: 8.897 (Stand 2024)
ÖPNV-Anbindung: Buslinien 60 (Röthenbach – Bremer Straße Wende), 61 (Röthenbach – Schwabach), 62 (Röthenbach – Kornburg), 66 (Röthenbach – Pillenreuth), 67 (Frankenstraße – Fürth Hauptbahnhof), NightLiner N6 (Hauptbahnhof – Kornburg), S2 (Roth – Altdorf)
Besonderheit: Naturnahe Lage und gute Nahverkehrs-Anbindung machen Eibach besonders attraktiv für Familien und Berufspendler*innen

Dörflicher Charakter mit guter Infrastruktur

Bis 1922 war Eibach ein eigenständiges Dorf vor den Toren Nürnbergs. Dieser dörfliche Charakter ist bis heute spürbar – vor allem entlang der Eibacher Hauptstraße. Hier finden sich Supermärkte, Bäckereien, Cafés, Apotheken und weitere Dienstleister dicht an dicht. Die Grundversorgung des täglichen Bedarfs ist bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus erreichbar.

Eibach und die Geschichte des Nürnberger Busverkehrs

Eibach hat Verkehrsgeschichte geschrieben: Am 15. Januar 1923 nahm hier die erste VAG-Buslinie mit der Nummer 71 ihren Betrieb auf. Sie führte von Schweinau über Eibach und Reichelsdorf bis nach Mühlhof. Ursprünglich war den Eibacher*innen im Zuge der Eingemeindung ein Straßenbahnanschluss in Aussicht gestellt worden. Da dieser wirtschaftlich nicht umsetzbar war, kamen stattdessen sogenannte Kraftfahrwagen zum Einsatz.

Oberleitungsbusse in Eibach

Ein weiteres Kapitel Nürnberger Verkehrsgeschichte begann am 16. Dezember 1946. Der Stadtrat beschloss damals die Umrüstung der stark frequentierten Buslinie von Schweinau über Eibach nach Mühlhof auf elektrischen Oberleitungsbetrieb. Bis 1961 fuhren hier Oberleitungsbusse – vor allem, um knappen und teuren Kraftstoff einzusparen.

Attraktiver Stadtteil für Pendler*innen

Heute sorgen die Buslinien 60, 61, 62, 66 und 67 für eine zuverlässige Anbindung Eibachs an die U-Bahn-Station Röthenbach, den S-Bahn-Halt Nürnberg-Eibach und nach Schwabach. Die Nürnberger Innenstadt ist ab der U-Bahn- oder S-Bahn-Station in rund zehn Minuten erreichbar.

Natur erleben: Forstweiher und grüne Wege

Auch Naturliebhaber kommen in Eibach auf ihre Kosten. Besonders idyllisch ist der Forstweiher im östlichen Teil des Stadtteils an der Motterstraße. Mit kleiner Insel und Pavillon lädt er zum Spazieren und Verweilen ein. Für Familien befindet sich an der nahegelegenen Hinterhofstraße einer der schönsten und abwechslungsreichsten Spielplätze der Region.

Im Grünen bis zum Faberpark

Entlang der Eisenbahnstrecke führen Spazierwege zu einer Streuobstwiese und weiter – nach Überquerung der Eibacher Hauptstraße – zum Piratenspielplatz am Entengraben. Vorbei an der Sportanlage des TV Eibach 03 geht es durch den Wiesengrund bis zum Faberpark. Das Gelände gehörte einst dem Bleistiftfabrikant Lothar von Faber. 1981 erwarb der Freistaat Bayern zwei Drittel des Geländes und übergab es der Stadt Nürnberg mit der Auflage, den vernachlässigten Park zu öffnen und zu unterhalten. Seit 1984 ist der Park der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Mausoleum erinnert an früh verstorbene Mitglieder der Familie Faber.

Historische Gebäude und Baudenkmäler

Ein Rundgang durch Eibach lohnt sich auch aus historischer Sicht:

  • Die evangelische St.-Johannes-Baptist-Kirche an der Eibacher Hauptstraße wurde 1343 aus fränkischem Sandstein errichtet. Das Kirchenschiff stammt aus dem 18. Jahrhundert. Mittelalterliche Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert wurden 1948 im gotischen Chor freigelegt.
  • Die katholische Kirche St. Walburga am Eibenweg entstand 1953 nach Plänen des Nürnberger Architekten Fritz Mayer. Der stattliche Saalbau beherbergt Kunstwerke und Ausstattungsstücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
  • Ab Juli 1949 wurde die Werkvolk-Siedlung nach Entwürfen von Fritz Leonhardt für Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland errichtet.
  • Der Deckungsgraben Eibach ist der einzige erhaltene und öffentlich zugängliche Zivilschutzraum seiner Art in Nürnberg. Führungen am Volkstrauertag organisiert der örtliche Vorstadtverein Nürnberg-Eibach.

Welchen Nürnberger Stadtteil sollen wir als Nächstes vorstellen?

Eibach ist nur ein Kapitel unserer Stadtteilserie auf Blog.vag.de. Viele weitere spannende Viertel Nürnbergs stellen wir hier im Blog und auch in unseren YouTube-Shorts vor. Welchen Stadtteil wünscht ihr euch als Nächstes? Schreibt uns gern in die Kommentare!

Text: Barbara Lohss 
Foto: Anna-Lena Kellermann

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