Wie Radfahren dabei hilft, die Welt zu retten

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Radfahren ist seine Leidenschaft: Journalist und Autor Jo Seuß legt rund 10.000 Kilometer pro Jahr auf zwei Rädern zurück – und das seit 15 Jahren. Aus seiner Liebe zum Radfahren ist nun ein außergewöhnliches Buch entstanden: (R)eintreten! Radfahren macht glücklich und hilft dabei, die Welt zu retten, so lautet seine These.

Herr Seuß, warum hilft Radfahren dabei, die Welt zu retten?

Das Radeln ist umweltfreundlich, gesund und ein wichtiger Baustein für ein nachhaltiges Leben. Und das Fahrrad ist auf der Überholspur. Es erlebt weltweit eine Renaissance. Das hat viel mit den Auswüchsen des motorisierten Autoverkehrs zu tun. Dieser hat sich als globaler Irrweg erwiesen. Weil er für schlechte Luft sorgt, den Klimawandel befeuert, die Straßen verstopft, zu viel Platz im öffentlichen Raum belegt. Und weil er (lebens)gefährlich für schwächere Verkehrsteilnehmer ist. Wer mal ein paar Tage in Kopenhagen war, der weiß, wie anders und angenehm leise es ist, wenn die Hälfte der Bevölkerung mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Wie sieht ihr persönlicher Mobilitätsmix aus?

Ich bin in Fürth und Nürnberg fast täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Es ist einfach das schnellste und flexibelste Fortbewegungsmittel. Neben meinem Alltagsrad habe ich noch ein altes Gitane-Tandem. Und für die Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutze ich ein Faltrad, das ich überall kostenlos mitnehmen kann. Eine gute Ergänzung sind Leihfahrräder. Zum ersten Mal wollte ich das im Urlaub in Kopenhagen ausprobieren. Dort gab es aber nur eBikes. Dafür fühle ich mich noch zu jung. Deshalb haben wir dann in einem Fahrradgeschäft „normale“ Räder ausgeliehen. VAG_Rad ist eine tolle Sache. Die Räder sind stabil, gut zu fahren und der Preis ist auch attraktiv.

Haben Sie auch ein Lastenrad?

Für mich alleine wäre das ein übertriebener Luxus. Dafür würden meine Frau und ich es zu selten nutzen. Da ist das Ausleihen sinnvoller. Ich würde es sehr begrüßen, wenn es noch mehr VAG_LastenRäder an weiteren Standorten geben würde 😉 Ich beobachte seit ein, zwei Jahren, dass die Nachfrage nach Lastenrädern sprunghaft gestiegen ist.

In Ihrem Buch kommt unter anderen auch ein Verfechter des Lastenrads zu Wort. Wie kamen Sie überhaupt zu all diesen interessanten Menschen?

In meinen 31 Jahren bei den Nürnberger Nachrichten habe ich mich zunehmend mit Rad-Themen befasst. Und dabei immer wieder interessante Menschen kennengelernt. Zehn davon habe ich gewinnen können, gemeinsam mit mir ihre persönliche Geschichte aufzuschreiben. Das hat mich letztlich auch dazu inspiriert, meinen Verlag Edition ElfzuEins zu nennen – elf Menschen zu einem Thema.

Was würden Sie sich wünschen, um das Radfahren attraktiver zu machen?

Dass sich die Stadtplaner mehr trauen! Und dass mein Buch möglichst viele neue Leute dazu inspiriert, mit Freude umzusteigen und künftig Rad zu fahren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese Art der Fortbewegung glücklich macht und dabei hilft, die Welt zumindest ein bisschen zu retten.

Na denn: Treten Sie (r)ein, es lohnt sich!

 

Über den Autor:
Jo Seuß ist Herausgeber und einer von elf Autor*innen des Buchs. Er hat von 1980 bis 1984 Germanistik, evangelische Theologie und Jazz-/Rockgitarre in Erlangen und München studiert. Danach war er als freier Kulturjournalist und Gitarrenlehrer tätig. Von 1989 bis 2020 hat Seuß 31 Jahre als Redakteur für die Nürnberger Nachrichten gearbeitet. Mit Schwerpunkt Lokal- und Kulturjournalismus – zuletzt in leitender Position. Als Buchautor hat er für den Emons Verlag, Köln, Texte für die Bücher „111 Orte in Nürnberg, die man gesehen haben muss“ und „111 Orte in Fürth und Erlangen, die man gesehen haben muss“ verfasst. Für den ars vivendi verlag, Cadolzburg, war er 1992 Mitherausgeber und Mit-Autor des Buchs „Nürnberg zwischen Sekt und Selters“. Als Chefredakteur war Seuß für das Familienmagazin „famos“, das Montessori-Magazin „Monti Carlo“ und die Musikzeitschrift „Zentralnerv“ tätig. Aktuell schreibt er für die „taz“ und unter anderem für Publikationen der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg. Zusammen mit dem Pianisten Heinrich Hartl ist Jo Seuß seit drei Jahren mit dem musikalischen Lese-Programm „Hin und weg“ live zu erleben. Seuß ist 61 Jahre alt, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder – seit 2003 wohnt er in der Fürther Südstadt. Das Buch (R)eintreten! kann man in vielen Nürnberger Buchhandlungen kaufen oder per E-Mail direkt beim Verlag unter edition-elfzueins@posteo.de bestellen. Zu den 20 Euro für das Buch kommen dann noch 3,80 Euro für Versand und Verpackung hinzu.

Autorin: Barbara Lohss
Foto: Thomas Riese

 

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